Laufen, Biegen, Brechen – der Mammutmarsch 2015

Letztes Wochenende bin ich zum Mammutmarsch angetreten. 100 Kilometer. 24 Stunden. Zu Fuß.

Was bisher noch nicht beantwortet wurde, ist die Frage: Warum?

Warum diese Qual, diese verrückte Herausforderung? Warum sich aufmachen, um 100 Kilometer in 24 Stunden zu laufen?

Aus demselben Grund, aus dem man alle Herausforderungen angeht.

Du tust es, um dich nachher an das Gefühl erinnern zu können. Das Gefühl, als es dunkel wurde und langsam die Stirnlampen ausgepackt wurden. Das Erreichen der ersten Versorgungsstation bei Kilometer 27 – ein Teilsieg, der sich verflucht gut angefühlt hat. Das Aufstehen bei Kilometer 37 nach der Rast, wo man merkt, dass man erst mal ein paar Meter richtig humpeln muss, bevor man halbwegs zurück in den eigenen Trott findet. Die schmerzenden Füße. Die schmerzenden Beine – ein Muskelkater, wie man ihn noch nie erlebt hat. Das stille Laufen, wo der Kopf aufgegeben hat zu schwätzen und man nur noch stumm einen Fuß vor den anderen setzt. Dann der Einsatz absoluten Leidens, wo man die Beine nur noch vorwärts zieht und einem konstant die Tränen runterlaufen. Bis zum totalen geistigen Zusammenbruch bei Kilometer 50,4, wo es kein Halten, keine freundlichen Worte, keine Motivation mehr gab.

Du erinnerst dich zurück, wie weit du gegangen bist, und du bist verflucht stolz drauf.

Kilometer 50,4 ist, wie weit ich gekommen bin, aber es ist nur ein Label. Kilometer 50,4 ist nicht das, was ich erreicht habe. Es ist nur eine Zahl, die du Leuten zwangsläufig präsentieren musst und für die sie dich beurteilen („Alter, nur so wenig? Ich wär viel weiter gelaufen!“) oder auch nicht, wenn du Glück hast.

Unter dem Gesichtspunkt, dass das Ziel dieses Marsches war, 100 Kilometer zu laufen, habe ich komplett versagt. Ich mein, 50 Kilometer? Grade mal die Hälfte? Ernsthaft?

Aber unter dem Gesichtspunkt, an diesem einen Tag, zu dieser einen Gelegenheit einfach alles zu geben, was irgendwie drin war, war der Marsch ein voller Erfolg.

Ich bin stolz auf meine Leistung. Klar, ich habe nicht nur insgeheim, sondern ganz offen von den 100 Kilometern geträumt, und es war auch viel Schmerz dabei, als ich mir eingestehen musste, dass es einfach bei weitem nicht drin ist. Ich hatte mich an die Worte der Website geklammert:

Der Körper stößt an seine Grenzen, aber der Marsch ist für jede normalsportliche Person machbar. Der wahre Kampf findet im Kopf statt.

Das war der Originalton, wie ich ihn in Erinnerung habe. Inzwischen heißt es auf der Website:

Der Körper stößt an seine Grenzen, aber der Marsch ist für jede normalsportliche Person machbar, der sich ein bisschen vorbereitet oder extrem stark im Kopf ist. Der wahre Kampf findet im Kopf statt. (Quelle: http://www.mammutmarsch.de/)

Vielleicht besser zutreffend. Na schön, ich war kein Stück vorbereitet, und wie im letzten Post bereits erwähnt, ist meine Selbstdisziplin/ Willenskraft ein Haufen Schrott. Hab ich nie bezweifelt. Trotzdem, irgendwie hatte ich auf einen simplen Sieg gehofft.

Was bleibt nach diesem Mammutereignis? (Ha, ha, ha.) Der Stolz bleibt und ein paar gelernte Lektionen:

  1. Training hilft. Jedenfalls behaupte ich das mal so dreist. Wäre ich weiter gekommen, wenn ich trainiert hätte? Hm … eine richtig, richtig schwierige Frage.
  2. Commitments auf unbekanntem Gebiet sind gefährlich. Wie war das mit den Chicken McNuggets? Die McDonalds-Spende? Keine Orgon-Geräte? Glücklicherweise für mich habe ich mir einen Krampf im linken Bein gelaufen, der sich dahingehend auswirkte, dass ich mein linkes Bein tagelang nicht mehr von sich aus anheben konnte. Den Fuß in einen Schuh manövrieren? Musste ich die Hände zu Hilfe nehmen. Fühlte sich irgendwie … querschnittsgelähmt an. Technisch gesehen hätte es sich schon bewegen lassen, aber der Schmerz war zu groß.

Der Krampf ist jetzt glücklicherweise verschwunden oder immerhin so weit zurückgegangen, dass ich ihn nicht mehr bewusst wahrnehme. Der Krampf ist die nette kleine Hintertür, die ich nutzen konnte, um aus diesem Wahnsinns-Commitment rauszukommen. Wäre ich tatsächlich noch weiter gelaufen, wären die Chancen auf eine ernsthafte, eventuell sogar langfristige Verletzung durchaus da gewesen. Der Körper hat keinerlei Reserven mehr, und alles, was er hat, verwendet er irgendwie darauf, weiterzugehen? Also scheiß auf Schonung, keine Rücksicht auf Verluste, alles raushauen! – So ungefähr wäre das wohl weitergegangen. Hätte es 100%ig zu ernsthaften Verletzungen geführt? Nein. Bestand die Möglichkeit? Ja, soweit ich das einschätzen kann, auch durchaus wahrscheinlich. Und rückblickend war es vielleicht gar nicht so schlecht, es nicht herausgefunden zu haben. Mir ernsthafte Verletzungen zuzuziehen, war wirklich nicht der Plan.

Also ein Hintertürchen gefunden. Es fühlt sich ungefähr halbe-halbe wie eine richtige Begründung und halbe-halbe wie cheaten an. Jedenfalls genug, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Lass mich das erklären. Ein Commitment ist mir heilig. Es ist ein ultimatives Tool, mich dazu zu bewegen, Dringendes endlich anzugehen und weiterzumachen, auch wenn ich keine Lust habe. Es gibt einfach dann kein Nein mehr. Aber wenn man Commitments bricht und nicht einhält, schwächt man zwangsläufig ihre Wirksamkeit ab. Du schaffst nicht, wozu du dich verpflichtet hast? Ach egal, Commitment zählt ja eh nichts. – Dorthin will ich nie, unter gar keinen Umständen hinkommen.

Versteh mich nicht falsch, das Commitment war wahnsinnig nützlich für mich – es hat meine Absicht extrem klargemacht, und es hat mich durch schmerzende Füße, mörderischen Muskelkater und nur noch humpelnde Fortbewegung getragen, weil ich auf mein Ziel eingeschworen war. Aber es gab einen Punkt, an dem auch das Commitment nichts mehr gerissen hat.

Also hier war eine schwierige Situation – eine Tätigkeit, die ich einfach nicht fortführen konnte, so sehr ich gewollt hatte, gegen das Commitment, das extrem krass formuliert war. Was tun? Die Hintertür war da, und ich habe sie genutzt, aber es war mir eine Lehre. Eine Lehre, keine Commitments einzugehen, die auf unbekanntes Gebiet gehen, denn …

  1. Wenn dein Körper dichtmacht, gibt es nicht das Geringste (von dem ich wüsste), was du tun kannst. Irgendwann war der Punkt erreicht, wo der Körper beschloss, nicht mehr mitzuspielen. Ich fing auf einmal an, in unendlichem Maße daran zu leiden, was hier geschah – an der Erschöpfung, an der Herausforderung, an den Schmerzen, am Laufen, an der Unmöglichkeit, das hier fertig zu bringen. Ab diesem Punkt weinte ich dauerhaft, weil dieses Leiden mich so sehr angriff. Es war, als würde der Körper sämtliche Register ziehen, um diese Aktion zu einem Ende zu bringen, und ich lernte, dass er viele Register kennt.

Das führte dazu, dass auch sämtliche Energiereserven sich in einer Geschwindigkeit aufbrauchten, dass ich ihnen sekündlich nachtrauern konnte. Vorher war alles weitgehend okay gewesen. Schmerzende Füße waren okay. Erschöpfung war okay. Muskelkater war okay. Humpeln war okay. Eine Belastung wie nie zuvor war okay. Aber dieses Leiden setzte mir derart zu, dass es kaum auszuhalten war.

Ich bin nicht sicher, wann genau es einsetzte, es muss irgendwo zwischen Kilometer 46 und 50 gewesen sein. Ich bin auch nicht sicher, wie lang ich dann noch gelaufen bin. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon ziemlich langsam, Uwe und Karin waren immer ein kleines Stück vor mir.

Irgendwann sah ich links von mir einen großen Baumstamm im Gebüsch, der nach einer möglichen Sitzgelegenheit aussah. Also rief ich nach vorne „Können wir ganz kurz Pause machen, bitte, können wir ganz kurz Pause machen, bitte?“ und stolperte auf den Baumstamm zu. Ich realisierte kaum mehr, dass ich auf dem Weg zum Baumstamm kurz abwärts und wieder aufwärts lief, und ich lief wohl auch durch ein paar Brennesselbüsche, aber ich hatte eine lange Hose an (obwohl ich mir nicht sicher bin, dass ich die Büsche beachtet hätte, wenn ich eine kurze Hose getragen hätte). Ich zog mich nur noch auf den Baumstamm, gab meinen erschlagenen Beinen eine Pause und weinte, wie ich schon die letzten Kilometer geweint hatte.

Nach kurzer Pause meinte ich zu Uwe und Karin, dass, falls sie noch auf die 100 Kilometer abzielten, wir uns hier vielleicht trennen sollten, weil ich erstmal nicht weiterlaufen könnte und eine längere Pause bräuchte. Wir klärten noch kurz ab, wie wir alles weitere mit Hostel und so machen würden, Uwe gab mir seine Zimmerkarte, damit ich ins Hostel kam und schlafen konnte (vielen vielen Dank dafür!!!), sie fragten mich, ob ich noch irgendetwas bräuchte, dann zogen sie wieder los und ich saß erst mal alleine.

Ich versuchte mich halbwegs zu beruhigen. Es stellte sich raus, dass es jetzt schnell kalt wurde, nachdem ich mich nicht mehr bewegte. Ich lehnte mich zur Seite, so gut es eben möglich war, und versuchte, in dem Rucksack das Oberteil meiner Skiunterwäsche zu finden (er stand neben mir). Leichter gesagt als getan. Mein Oberkörper und meine Arme waren nicht von Muskelkater geschlagen, aber die pure Erschöpfung hatte sie genauso in Beschlag genommen wie den Rest des Körpers. Mehr oder weniger hoffnungslos wühlte ich mich durch den Rucksack, ohne hineinsehen zu können, fand die Plastiktüte, in der die Skiunterwäsche und die Ersatzsocken waren, zog auf gut Glück ein Teil hinaus und hielt mein Oberteil in der Hand. An dieser Stelle weinte ich vor Glück. Vor Glück, gleich das richtige Teil gezogen zu haben, nicht wieder etwas zurück in den Rucksack bugsieren zu müssen und etwas Neues auf gut Glück herausziehen zu müssen. So schnell wie möglich zog ich mich um und versuchte, einen Plan zu bekommen.

Uwe und Karin hatte ich gesagt, dass ich erst einmal eine längere Pause bis zum Weiterlaufen bräuchte, aber es fühlte sich ziemlich deutlich an, dass hier schlicht und einfach Schluss ist. Vor mir zogen hin und wieder Gestalten vorbei, und gerade kamen wieder welche. Ich ließ mich vom Baumstamm runter und stolperte auf sie zu. Es waren zwei Mädels, die gerade vorbeikamen.

Mit völlig verheulten Augen und zitternder Stimme fragte ich sie, ob sie wüssten, wo der nächste Ausstiegspunkt sei. Sie meinten, die nächste Versorgungsstation sei bei Kilometer 54, da wäre ein S-Bahnhof, und eine Notabholstelle sei bei Kilometer 49 gewesen (wir waren bei Kilometer 50,4). Das war nützlich, aber mir war klar, dass ich gerade weder 4 weitere Kilometer vorwärts laufen noch 1 Kilometer zurücklaufen konnte. Die beiden fragten mich noch, ob ich mit ihnen mitlaufen wolle (wobei ich nicht glaube, dass sie sich darüber klar waren, was für ein Angebot das war – ich war zweifellos sagenhaft schlechte Gesellschaft und außerdem so langsam wie eine Schnecke). Ich bedankte mich in Heul-Gelächter, aber meinte, ich könne jetzt erstmal nicht weitergehen, würde noch länger Pause machen müssen.

Dann zogen auch sie weiter. Aus irgendeinem Grund hielt ich es für eine gute Idee, mich an die Straße zu setzen, anstatt zurück zum Baumstamm zu gehen, was sich als weise Idee erwies. Ich saß da leidend im Schneidersitz (das war tatsächlich die bequemste aller möglichen Sitzhaltungen), als ein Auto angefahren kam, so ein Neunsitzer, am Steuer einer von den Organisatoren/Helfern. Das Auto bremste ab und das Fenster ging runter. Der Fahrer streckte den Kopf zum Fenster raus. „Läufst du noch oder sollen wir dich mitnehmen?“

Innerlich ging mir schnell die Überlegung durch den Kopf, dass ich eigentlich immerhin noch bis zum Versorgungspunkt kommen wollte, der bei Kilometer 54 gewesen wäre, aber die Zeit für Stolz war bei weitem vorbei. Mit wiederum zittriger Stimme fragte ich, ob sie denn noch Platz hätten, und er meinte, ich solle reinspringen. Ich erhob mich so schnell wie möglich und humpelte auf das Auto zu, bugsierte mich auf einen der Beifahrersitze und wir fuhren weiter.

Am Versorgungspunkt angekommen war es wieder kalt, ich wollte bei Gott nicht aus diesem schönen, warmen Auto raus. Aber was sein muss, muss sein. Ich ging dann aufs Klo, um mir dort auch noch das Unterteil meiner Skiunterwäsche anzuziehen, was etwa eine Viertelstunde in Anspruch nahm und sehr schmerzhaft war, da meine Beine praktisch bewegungsunfähig waren. Ich war heilfroh, als ich endlich drin war. Draußen gab es dann die ersehnte Gulaschsuppe, bzw. die vegetarische Variante für mich. Geschmacklich endlich eine Abwechslung. Und dank Skiunterwäsche und relativ warmer Kleidung fror ich auch nicht mehr, sondern verzehrte noch die Müsliriegel, die Banane und das Milchbrötchen, das es an dieser Station gab, und wartete auf Uwe und Karin, die wir mit dem Auto logischerweise überholt hatten.

Auch im Nachhinein liefen mir immer wieder die Tränen herunter, spontan, ohne erkennbaren Auslöser. Bei der Vorsorgungsstation, auf dem Weg zum Bahnhof, in der S-Bahn, in der U-Bahn, auf die letzten Meter zum Hostel. Ich vermute, es war einfach die Reaktion meines Körpers auf diese extreme Ausnahmesituation.

Mangelnde Vorbereitung hin oder her, ich hatte auch extremes Glück auf diesem Marsch. Ohne die drei Punkte wäre das Leben wohl weitaus schwerer gewesen.

  1. Großartiges Schuhwerk. Als meine alten Schuhe draufgingen, suchte ich bewusst nach solchen Schuhen, die sich auch für einen Mammutmarsch eignen würden, und entschied mich letztendlich für leichte Walking-Schuhe. Mit denen bin ich den Marsch auch gelaufen. Ich hab sie nie eingelaufen, bin nie eine Strecke von mehr als 10 Kilometern am Stück mit ihnen gelaufen (vielleicht nicht einmal so viel). Aber in Kombination mit Funktions-Wandersocken haben sie mich 50 Kilometer ohne eine einzige Blase getragen. Ich habe die Vorderseite von 2 Zehen getapt, was aber wahrscheinlich sogar überflüssig war. Ein Riesen-Glücksgriff in Anbetracht dessen, was andere Leute sich trotz Tapen an Blasen eingefangen haben.
  2. Ein großartiger Rucksack. Als völlig unerfahrener Outdoor-Neuling hatte ich natürlich keinen nützlichen Rucksack für einen solchen Zweck, und einen zu kaufen, nur für dieses eine Event, kam mir auch übertrieben vor. Also was macht der gewitzte Minimalist? Er haut seinen großen Bruder an! Der hat mir auch zwei Rucksäcke ausgeliehen. Ich hatte den größeren von beiden beim Marsch an. Ich habe ihn vorher nicht mehr als 10 Meter getragen, es hätte ALLES schief gehen können! Aber ich hatte keine Spur von Rückenproblemen, der Rucksack hat perfekt gepasst und mich hat erstaunt, wie gut und problemlos ein Rucksack sich am Rücken anfühlen kann. (Vielleicht ist dies die richtige Stelle um zu sagen: „Vielen Dank, Elmar!!!!!!!“=)
  3. Tipps von erfahrenen Wanderern. Mit Karin und Uwe liefen wir zügig, aber nicht zu schnell, machten regelmäßige Pausen, und die beiden erwähnten oft, wie wichtig es sei zu essen, obwohl man keinen Hunger habe. Im Prinzip bin ich eher ein Befürworter der „Intuitiv-essen-Theorie“ – also iss, wenn du hungrig bist, und darauf, worauf du Lust hast. Irgendwann war ich nicht nur nicht mehr hungrig, sondern hatte auch keine Spur von Appetit mehr auf die verdammten Müsliriegel und Nüsse und Vollkornbröter. Gegen Ende habe ich mich dann nicht mehr vollgestopft, es kam mir so pervers vor. Rächte sich dann, als ich feststellen musste, dass ich anfing, sehr zu frieren. Als ich Uwe und Karin im Nachhinein davon erzählte, bestätigte sich mein Verdacht: Ich hätte einfach weiter essen müssen. Der Körper braucht die Energie. Nach meiner intuitiven Essweise hätte ich schon 30 Kilometer vorher nichts mehr gegessen und wäre wahrscheinlich völlig zusammengeklappt. Meine beiden weisen Ratgeber. Ich war wirklich derart ahnungslos in diesen Marsch gestartet.
  4. Motivationsmusik & Tanzen. Ich hatte mir vorher ein paar Lieder gesichert, die mich echt wieder motiviert hatten, als grade schwere Tiefs waren – z.B. bei Kilometer 37 nach der Rast, als ich erstmal sehr humpeln musste, um überhaupt wieder vom Fleck zu kommen. Die Favoriten gibts hier (nicht über Nummer 2 lachen, ich meins ernst! – wenn, dann in Kindheitserinnerungen schwelgen):

https://www.youtube.com/watch?v=n_gQxVOmod0

https://www.youtube.com/watch?v=JuYeHPFR3f0

https://www.youtube.com/watch?v=Nl2GwLtMX7s

Und ich bemühte mich, die Tage davor nicht zu tanzen oder jedenfalls zu wenig, um ausgelastet zu sein. In tiefen Phasen hat es dann oftmals geholfen, irgendeinen Song anzumachen und dazu zu Tanzen – im Laufen, so gut das eben möglich war. (Tanzen ist immer noch mein Stimmungsheber Nummer 1, und wenn ich depressiv werden will, gibt es keinen schnelleren Weg als Tanzentzug.) Außerdem kamen wir irgendwann während den ersten 27 Kilometern an einer Party vorbei, auf der ziemlich laute Musik lief, zu der ich dann getanzt habe, solang man sie eben gehört hat, was auch einen starken Motivationsboost abgegeben hat.

Während das zur-Party-Tanzen wohl noch halbwegs normal/ akzeptabel war (obwohl es außer mir keiner gemacht hat), kann es sein, dass das zur-privaten-Musik-aus-den-eigenen-Kopfhörern-tanzen doch recht seltsam anmutete. Aber es war mitten in der Nacht, alle hatten ihre Stirnlampen auf, und das Feld war weit auseinandergezogen, niemand war nahe an uns dran und dementsprechend hats wohl auch niemand gesehen. Abgesehen davon waren ja ohnehin nur Freaks auf dieser Veranstaltung, da dachte ich mir, dass es niemandem allzu seltsam vorkommen würde.

Wenn es ein Fazit dieses Mammutmarsches gibt, dann dies: Es war eine wahnsinnig krasse Erfahrung, die ich unter allen Umständen wiederholen will. Nächstes Jahr trete ich wieder an, und keine 10 Mammuts könnten mich davon abhalten (ba dum dss!). Dieses Mal mit Training, hoffe ich. Ich bin heute schon eineinhalb Stunden durch den nahe gelegenen Stadtwald gewandert, denn der Mammutmarsch macht wirklich Lust auf mehr. Sollte ich beim nächsten Mal wieder 50 Kilometer schaffen, werde ich möglicherweise nicht zufrieden sein, aber definitiv stolz. Es war dieses Jahr eine sagenhafte Leistung, es wird hoffentlich auch nächstes Jahr eine sagenhafte Leistung werden, und ich bin schon heute vorfreudig. Ich kann die Erfahrung nur empfehlen.

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